Erfolgreich üben

Von Gesa Adlung

Dass Üben wichtig ist, daran zweifelt normalerweise niemand.
Selbst ein Laie sieht ein, dass zumindest Fingerfertigkeit und Notenlesefähigkeit trainiert werden müssen. Aber es ist auch bekannt, dass das Üben meist eine leidige Angelegenheit ist, die sogar zum allgemeinen Familienunfrieden führen kann.

Was also bringt das Üben langfristig ein?
Lohnt sich die Mühe überhaupt?


1.) Warum üben?

Wenn man sich Statistiken zur täglichen Übezeit im Vergleich zum erreichten Spielstand ansieht, ergibt sich folgendes Bild:

Je weniger geübt wird, desto langsamer steigert sich die Spielfertigkeit, je mehr geübt wird, desto schneller steigert sie sich. Die Entwicklung verläuft in jedem Fall linear. Das bedeutet: jeder hat seine eigene Lerngeschwindigkeit, kommt aber in gleichmäßigem Tempo voran. Wer wenig übt, scheint also außer dem langsameren Vorankommen keine nennenswerten Nachteile gegenüber jemanden zu haben, der viel übt.

Doch eine weitere Untersuchung relativiert dieses Ergebnis in einem wichtigen Punkt:

Sobald ein Schüler eine bestimmte Lerngeschwindigkeit unterschreitet, bricht er den Unterricht spätestens nach ca. drei Jahren ab, weil der Fortschritt für ihn selbst nicht motivierend genug ist. Zwei Dinge sind die Folge: Die Freude am Spielen des Instrumentes – und schlimmstenfalls sogar allgemein an der Musik – ist verlorengegangen. Außerdem ist der Spielstand noch so unbefriedigend, dass man mit seinem Instrument kaum etwas anfangen kann. Das aber bedeutet, dass das erlernte Instrument vermutlich nie wieder gespielt werden wird. Jahrelange Mühe war also wirklich umsonst – von den Kosten ganz zu schweigen.

Fazit: Es gibt ein Minimum an Übung, das nicht unterschritten werden darf, wenn der Unterricht langfristig Erfolg haben soll.