Elementarunterricht

Nach der musikalischen Früherziehung – Wie geht es weiter?

Sie überlegen, welche Möglichkeiten zum Instrumentalspiel Ihr Kind nach der Früherziehung hat. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Vorgehensweisen. Damit Sie eine wohlüberlegte Entscheidung treffen können, schildere ich Ihnen im Folgenden die Besonderheiten und Voraussetzungen für beide Arten des Unterrichts.

Instrumentalunterricht heißt, dass die Arbeit mit einem gewählten Instrument im Vordergrund steht. Jeder Schüler im Instrumentalunterricht muss ein eigenes Instrument zur Verfügung haben, das er zu Hause spielen kann und soll. Der Unterricht macht zeitlich also nur einen kleinen Teil des Instrumentalspiels aus. In der restlichen Zeit soll sich der Schüler selbständig oder mit Hilfe der Eltern mit seinem Instrument beschäftigen und Aufgaben bzw. spieltechnische Probleme lösen. Diese Beschäftigung, das Üben, ist absolut notwendig, wenn der Unterricht zum Erfolg führen soll (Bitte lesen Sie dazu auch den Artikel „Üben am Instrument“).

Im Instrumentalunterricht sollen Fertigkeiten erlernt werden, die Haltung, Spieltechnik, Notation, musikalischen Ausdruck, freies Spiel usw. betreffen. Da die Anforderungen hier relativ komplex sind, nehmen in dieser Unterrichtsform maximal vier Schüler auf einmal an einer Unterrichtsstunde (=45 Minuten) teil.

Voraussetzungen für den Instrumentalunterricht sind:

  • Die Einschätzung, daß Ihr Kind das gewählte Instrument so sehr mag, dass es sich damit über einen längeren Zeitraum intensiv beschäftigen will
  • Ihre ausdrückliche Bereitschaft, regelmäßig mit Ihrem Kind zu üben
  • Die regelmäßige Teilnahme Ihres Kindes am Unterricht

Orff-Spielkreise sind Spielgruppen, die sich mit den Instrumenten des kleinen Schlagwerks befassen. Es werden Instrumente wie Xylophone, Metallophone, Glockenspiele und Rhythmusinstrumente, aber auch eventuell vorhandene Melodieinstrumente der Teilnehmer eingesetzt. Gespielt werden kleine Ensemblestücke, die im Unterricht erarbeitet werden. Notenkenntnisse werden vermittelt; trotzdem wird viel auswendig gespielt.

Orff-Instrumente sind überwiegend große Instrumente. Ihre Spielweise kommt der Motorik von Kindern entgegen. Die spieltechnischen Schwierigkeiten liegen anfangs wesentlich niedriger als im Instrumentalunterricht. Darum kann sich die Arbeit sofort mehr auf den musikalischen Inhalt konzentrieren. Es werden von Anfang an mehrstimmige Sätze gespielt. Die Besetzung wird oft gewechselt, so dass für die einzelnen Schüler keine Festlegung auf ein bestimmtes Instrument erfolgt.

Die Arbeit in einem solchen Spielkreis ist eine Vorstufe zur Orchesterarbeit. Musikalisch gesehen ist sie anfangs wesentlich ergiebiger als der Instrumentalunterricht. Für Kinder, die noch nicht die Geduld aufbringen, für ein gutes Ergebnis lange an Details zu arbeiten, ist sie die bessere Alternative. Häusliches Üben ist in der Regel nicht erforderlich, so dass die Anforderungen an Eltern und Kinder außerhalb des Unterrichts gering sind.

Voraussetzungen:

  • Mindestalter 6 Jahre
  • Vorherige Teilnahme an einem musikalischen Grundkurs wie Musikzwerge, Früherziehung o.ä.
  • Regelmäßige Teilnahme Ihres Kindes am Unterricht